9. Das Reich Der Mütter. Die Mater Gloriosa
Nehmen wir nun an, es wollte diesen Vorgang jemand schildern. Wann könnte er denn in die Lage kommen, ihn zu schildern? Nun, dasjenige, was beim Hellsehen eintritt, tritt doch auch nach dem Tode ein. Der Mensch ist in derselben Lage. Beim Hellsehen muß sich neurralisieren das Weibliche ins Männliche hinein, das Männliche in das Weibliche hinein. Das ist wiederum so der Fall nach dem Tode. Was müssen sich denn da für Vorstellungen herausstellen? Nun, nehmen wir einmal an, eine Seele, die in einem weiblichen Organismus gewesen ist, wäre durch den Tod gegangen, hätte nach dem Tode mancherlei durchzumachen, was ein Ausgleich sein soll gegenüber irdischer Schuld. Eine solche Seele wird dann langsam streben aus dem, woran sie auf der Erde gebunden war, nach Neutralisierung. Es wird gleichsam das Weibliche nach Neutralisierung durch das Männliche streben. Es soll die Neutralisierung das sein, daß für sie eine Erlösung ist, nach dem höchsten Männlichen zu streben. Werden wir Büßerinnen finden nach dem Tode, so wird für sie charakteristisch sein müssen, daß ihre Sehnsucht in der geistigen Welt etwas ist voll Hinstreben nach dem Männlich -Ausgleichenden. Die drei Büßerinnen — die Magna peccatrix, die Mulier Samaritana, die Maria Aegyptiaca - sind allerdings im Gefolge der Mater gloriosa, aber sie sollen nach Neutralisierung, nach Ausgleich streben. Daher wirkt die Mater gloriosa zwar in der Aura; das wird uns sehr deutlich ausgedrückt, daß die Mater gloriosa in ihrer Aura wirken kann, ihre eigene Aura hat. Man höre nur:
Cite:
GA 272/1915-08-16/p036 · edition original