12. Die «Grablegung» Das Wesen der Lemuren, der Dick- und Dürrteufel

GA 272/1916-09-04/p029 ·1916-09-04 · original (original)
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Also ein unendlich tiefer, spiritueller Naturgedanke ist darinnen ausgedrückt, daß Mephisto herbeigerufen hat diese untergespenstischen, diese reinen Phantomwesen, in deren Reihe auch Faustens Phantom eintritt. Wir müssen natürlich die Szene ganz geistig fassen. Die Faust-Erklärer haben immer geglaubt, es gehen da Knochenmenschen herum. Aber es sind nur die Kräfte, die in den Knochen, Sehnen und Bändern liegen, die übersinnlichen Kräfte. Die Szene ist durchaus geistig zu fassen, nur durch geistiges Schauen, nach Art des geistigen Schauens. Das also haben diese Lemuren an sich, was der Mensch an sich trägt dadurch, daß er ein Ich hat. Aber das Ich ist draußen. So auch alle Eigenschaften, die erst durch das Ich hereingekommen sind, sind weg, sind nur halb vorhanden, nur Nachklänge. Daher sind sie da und sind auch nicht da. Wir Menschen sind erst dann da, wenn wir in Knochen, Sehnen und Bänder unser Ich hineinsenden. Das haben sie nicht mehr. Wir verstehen erst das, was wir gehört haben, wenn wir durch Knochen, Sehnen und Bänder unser Ich hineinsenden. Sie haben nur den Nachklang; sie hören und wissen nicht, was sie hören; sie haben einen Ruf vernommen und haben ihn nur halb vernommen, haben ihn vergessen, weil das Gedächtnis in dem System liegt, das durch Knochen, Sehnen und Bänder zusammengestellt wird. Also indem Mephistopheles zunächst sich auseinandersetzen muß mit den Wegen, die der physische Leib des Faust macht, kommt er, der ein Geistwesen ist, aber auf der Erde seine Rechte geltend machen will, selbstverständlich in die Notwendigkeit, sich mit den Lemuren, so wie sie hier gemeint sind, befassen zu müssen, denn von ihnen könnte er das Geistige von Fausts physischem Leib erhaschen. Es liegt ja dem physischen Leib auch ein Geistiges zugrunde. Dieses Geistige könnte er erfassen.

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Cite: GA 272/1916-09-04/p029 · edition original