{"corpus":"steiner","locus":"GA 272/1916-09-11/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Schlimme. Nun läßt Goethe Mangel, Not, Schuld in dem Augenblicke abgehen, wo der physische Leib sich beginnt zu lockern von dem Geistig-Seelischen. Damit zeigt er an, daß er die Verbindungen kennt, die gerade für das im Leib verbrachte physische Erdenleben bestehen zwischen dem Menschen und Mangel, Not und Schuld. Aber als die Seele schon gelockert ist, als schon gesagt ist von den dreien, daß der Tod heranziceht, da bleibt noch die Sorge, die aber doch wiederum verschwistert ist mit den andern. Sie bleibt gewissermaßen in der Zeit, in welcher der Tod schon wirkt. Sie ist aus dem berechtigten Reich des Ahriman hereingesendet, die Sorge. Ahriman könnte nichts Schlimmeres für den Faust tun, als die Sorge verhindern, über den beginnenden Tod des Faust mit dem Faust zu bleiben, denn darin liegt das Hereinspielen ganz geheimnisvoller Kräfte. Hier wird an ein tiefes Mysterium gerührt. Was tut die Sorge? Die Sorge, die auch von Mephistopheles-Ahriman, wie alle grauen Weiber, herangebracht ist, denn bis dahin dauert die Magie des Mephistopheles noch, was tut die Sorge? Sie macht an Faust zunichte, was Luzifer bewirkt hat, sie macht ihm die Augen wieder zu. Denken Sie, welche Tiefe der Weltanschauung hier liegt! Das, was durch Luzifers Impuls an den Menschen herangekommen ist, wird nun durch einen Impuls Ahrimans auf dem Umwege durch die Sorge paralysiert. Der Mensch ist sehend geworden auf physischem Gebiete durch Luzifer. Jetzt wird er durch die aus dem ahrimanischen Reich hereingeholte, hereingeschickte Gestalt wiederum blind gemacht, das heißt innerlich sehend gemacht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung","site_heading":null,"date":"1916-09-11","location":null,"word_count":248,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/272/1916-09-11/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/272/1916-09-11/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/272/1916-09-11/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}