15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung

GA 272/1916-09-11/p035 ·1916-09-11 · original (original)
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Man muß solch ein Goethe-Wort nicht leicht nehmen. Die Faust-Kommentatoren haben es sehr leicht genommen. Goethe wollte, indem er auf dieses hinwies, zeigen, wie tief er das Geheimnis des gnadenvollen Wirkens des göttlich-geistigen Prinzipes in bezug auf den Menschen zu fassen imstande war. Und tief bedeutungsvoll verfuhr er darnach. Aber er nahm es lebendig. Dadurch, daß Gretchen an Faustens Seite gewisse Erlebnisse hatte während ihrer Erdenzeit und dann hinaufversetzt ist in die geistigen Welten, ist ein Band geschaffen zwischen Faust und Gretchen, und Goethe will zeigen, daß ihm so etwas eine Realität ist, daß, wenn der Tod hingeht über diese Dinge, sie eine Realität bleiben. Der Mensch ist hineingestellt in die Verbindungen, die sich bilden während seines physischen Daseins, nur nehmen sie, wenn der Tod über sie hingegangen ist, eine geistige Form an.

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