15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung

GA 272/1916-09-11/p049 ·1916-09-11 · original (original)
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Erinnern Sie sich nur an unsere eigenen Kämpfe. Erinnern Sie sich, wie sachlich etwas vorgebracht werden mußte gegen jene Bewegung, welche in neuerer Zeit an den Namen von Mrs. Besant geheftet ist. Ist bei der Entgegnung von jener Seite ein einziges sachliches Argument eingewendet worden? Nichts! Aber lauter persönliche Verdächtigungen von der stärksten Art. Alles persönliche Verdächtigungen! Das ist nur die karikierte Vorausnahme desjenigen, was ein Charakteristikon unserer Zeit ist und immer mehr und mehr Platz greifen wird, und das man mit vollem Bewußtsein durchschauen muß. Weil die Persönlichkeit in die Bresche geschoben werden muß — denn nur durch die Persönlichkeit wird immer mehr und mehr das kommen können, was früher mehr durch den Gemeinsinn gegeben worden ist —, geht auch der Kampf gegen die Persönlichkeit los. Und weil Stärke der Persönlichkeit gefordert wird, und der Bequemlichkeitssinn die Stärke nicht suchen will aus der Sache heraus, die erstrebt wird, wird die schwache Persönlichkeit, die unfähige Persönlichkeit durch eigenen Machtspruch heute so geleitet, hinaufexerziert in das Starke. Ohne etwas gelernt zu haben, ohne sich mit etwas ernsthaftig beschäftigt zu haben, ohne tiefer eingegangen zu sein in etwas, wird heute, rein aus Willkür der Persönlichkeit heraus, dies oder jenes getan. Und man versteht gar nicht, mit diesen Dingen zu rechnen.

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