15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung

GA 272/1916-09-11/p050 ·1916-09-11 · original (original)
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Auf unserem Gebiete können Sie wiederum schöne Studien machen. Wie oft war es notwendig, die sich aufblähende Torheit zurückzuweisen, die gerade im Laufe der Jahre in unserer Bewegung sich ausgebildet hat, die sich aufblähende Nichtigkeit zurückzuweisen. Aber die Nichtigkeit versteht nicht, daß sie zurückgewiesen werden muß. Ein Beispiel: In Frankfurt, als ich einmal da war, wurde ich telephonisch angerufen von einem Menschen, der sagte, er müsse gleich mit mir sprechen. Dann kam er, hatte riesig lange Haare, die bis über die Schultern herunterwallten, und entsprechenden Patriarchenbart, erklärte, daß er mir schon seit längerer Zeit nachgereist sei, und daß er so gewissermaßen eine Art Kompromiß schließen wolle zwischen dem, was er der Welt zu geben hat, und demjenigen, was durch mich vertreten wird. -— Nun, man kann schon nicht anders, als gegen jenes Prinzip der Brüderlichkeit verstoßen, das gleichwertig betrachtet die dilettantenhafte Dummheit und dasjenige, was in ehrlicher Weise erstrebt wird. Man muß sich schon anmaßen, da zu unterscheiden. Also natürlich, solche Leute muß man abfahren lassen, man muß sich nicht weiter um sie kümmern. Man braucht ihnen nicht gerade Grobheiten zu sagen, aber zeigen, daß man sie für das hält, was sie sind, und daß man nicht auf dem Standpunkt des verwaschenen Gleichheitsprinzips steht, daß jede sich aufblähende Idiotie als gleichbedeutend angesehen werden muß mit dem andern. Nun, nach einiger Zeit trat der Betreffende hier in der Schweiz auf und kündigte sogar in den einzelnen Städten Vorträge an gegen mich. Er hat auch in anderer Weise Unfug getrieben, das wissen einige von denen, die hier sitzen. So bilden sich die Feindschaften heraus, indem sich die Persönlichkeit, die sich allenthalben heute in die Bresche schieben muß, durchdringen muß mit etwas, aber wenn sie das nicht kann, so will sie stark sein, ohne daß sie sich erst stark macht durch die Kräfte, die sie durchdringen. Man muß durchschauen, wodurch die Konflikte herbeigeführt werden. Das ist das Notwendige. Man muß seine Zeit wirklich verstehen, nicht aus der Willkür heraus irgend etwas treiben. Also stärkste Einsetzung der Persönlichkeit fordert unsere Zeit, kämpft daher den ahrimanischen Kampf gegen die Persönlichkeit.

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