{"corpus":"steiner","locus":"GA 272/1916-09-11/p059","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn ich versucht habe, gerade heute im Zusammenhang mit dem Goetheschen «Faust» einiges über die Impulse des fünften nachatlantischen Zeitraumes anzuführen, wie sie geistgemäß sind, so möchte ich vor allen Dingen, daß ein Verständnis kommen möchte dafür, wie sich überall in der Welt die Sünden zeigen gegen diese Impulse des fünften nachatlantischen Zeitraumes, wie überall in der Welt Unverständnis auftritt gerade gegenüber dem, was verstanden werden soll. — Oh, ich möchte die Worte haben, mit denen ich gerne reden wollte von diesen Dingen! Aber vielleicht werden in Zeiten, die da kommen werden, andere Menschen bessere Worte finden, um die Dinge zu besprechen, die heute so wenig verstanden werden, weil doch so viele ihre Persönlichkeit gerne untertauchen lassen möchten in irgendeine bequeme Anlehnung an dieses oder jenes, suchen möchten, da oder dort durch diese oder jene Bewegung dieses oder jenes zu werden, und dann nicht mehr herauskommen aus dem falschen Gemeinsamkeits- oder falschen Nationalitätenprinzip, nicht mehr herauskommen aus der Politisierung der Gedanken. Und doch - verfallen dem Luzifer und Ahriman wird alles, was auf dieser falschen Fährte geht. Fortgedeihen wird nur dasjenige, was da wissen wird, daß auf dieser Fährte nichts zu erreichen ist! Mag man bequem sitzen in all den verschiedenen Agitationen und Vereinsmeiereien unserer Tage, — der Weg, der gefunden werden muß, wird doch nur gefunden werden im Dienste derjenigen Menschenwirksamkeit, die da sucht die Weisheit in der Wahrheit, und die da überzeugt ist, daß nur durch die Inkorporierung der Wahrheit in der Menschheit das Menschenziel unserer Epoche erreicht werden kann, und die da weiß, daß alle Politisierung des Gedankens aufhören muß, alles Agitieren mit den Gedanken als wie mit Dogmen, daß sie erfaßt werden müssen mit dem vollen Verantwortungsgefühl für die Wahrheit, nicht für ihren Agitationswert, nicht für das Gefallen, das wir ihnen entgegenbringen. Nicht dafür, daß sie uns gefallen, die Gedanken, dürfen sie in unsere Sphäre treten, sondern daß wir wirklich das volle Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Wahrheitswert haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung","site_heading":null,"date":"1916-09-11","location":null,"word_count":322,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/272/1916-09-11/p059","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/272/1916-09-11/p059"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/272/1916-09-11/p059","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}