Faust und das Problem des Bösen

GA 273/1917-11-03/p003 ·1917-11-03 · original (original)
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Wenn wir die aufeinanderfolgenden Epochen der Menschheitsentwickelung auf der Erde zunächst nur für die nachatlantische Zeit charakterisieren, so können wir zur Charakteristik dies oder jenes aus der Geistesforschung heraus für die einzelnen Epochen angeben; dadurch verschafft man sich allmählich konkrete Vorstellungen über diese einzelnen Epochen. Heute wollen wir über die vierte, die griechisch-lateinische Zeit, und über die fünfte, unsere eigene Zeit, die ungefähr mit dem Jahr 1413 begonnen hat, einiges Besondere zu dem, was wir schon wissen, hinzufügen. Man kann sagen: Jede solche Epoche hat eine besondere Aufgabe — wobei ich Sie bitte, nicht zu denken an eine bloße theoretische, wissenschaftliche Aufgabe, an irgend etwas, was nur mit Erkenntnissen zu tun hat, sondern jede Epoche hat eine Aufgabe in dem Sinne, daß diese Aufgabe lebensvoll gelöst werden muß; daß im Leben selber Impulse auftreten müssen, mit denen sich die einzelnen Menschen, die in diesen Epochen leben, abzufinden haben, an denen sie zu ringen haben, aus denen heraus nicht nur ihre Vorstellungen entstehen, aus denen heraus ihre Gemütsbewegungen entstehen, dasjenige sich ergibt, was sie lieben, was sie hassen, aber auch sich ergibt, was sie als Willensimpuls in sich aufnehmen. Also im weitesten Umkreise können wir sagen, daß eine jede solche Epoche eine Aufgabe zu lösen hat.

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