Faust und das Problem des Bösen
Ja noch intensiver, als Geburt und Tod dem Leben der vierten nachatlantischen Zeit angehörte, gehört das Problem des Bösen dieser fünften nachatlantischen Zeit an. Warum? Sehen Sie, so lebensintensiv, wie diese fünfte nachatlantische Zeit das Problem des Bösen wird lösen müssen, so lebensintensiv hatte zu lösen die Frage nach Geburt und Tod die atlantische Zeit. In der atlantischen Zeit selber traten die Erscheinungen der Geburt und des Todes in viel anschaulicherer, viel unmittelbarerer, viel elementarerer Art an die Menschen heran als jetzt, wo sich dasjenige, was sich hinter Geburt und Tod verbirgt, auch für das menschliche Anschauen und Empfinden mehr verbirgt. Und die griechisch-lateinische Zeit war im Grunde genommen nur eine abgeschwächte Wiederholung desjenigen, was die Atlantier zu erleben hatten mit Bezug auf Geburt und Tod. Daher war das, was in dieser griechisch-lateinischen Zeit erlebt wurde, nicht so intensiv, wie intensiv werden wird das Ringen der fünften nachatlantischen Epoche, die 1413 begonnen, mit all den Mächten des Bösen, mit all dem, was aus dem Bösen herausquillt, und wovon sich eigentlich der Mensch zu befreien hat durch die entgegengesetzten Kräfte, auf deren Entwickelung daher ganz besonders angewiesen ist diese fünfte nachatlantische Epoche. Man braucht das, was ich soeben gesagt habe, nur intensiv genug ins Auge zu fassen, dann wird sich manches, das wir in diesen Wochen charakterisiert haben, noch ganz besonders illustrieren. Manches wird wie eine Folgeerscheinung dieses Obersatzes wirken, daß diese fünfte nachatlantische Zeit zu ringen hat mit dem Lebensproblem des Bösen.
Cite:
GA 273/1917-11-03/p005 · edition original