{"corpus":"steiner","locus":"GA 273/1917-11-03/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In der Beschwörungsszene am «Kaiserhof» geht die Sache weiter. Da wird mehr ergriffen als das bloße Vorstellungsleben bei Faust. Wenn Faust bloß aufgenommen hätte das Bild, das er im Zauberspiegel sieht, könnte er es nicht nach außen wiedergeben, gleichgültig, ob durch Rauch oder durch etwas anderes. Daß er es nach außen wiedergeben kann, dazu ist notwendig, daß es zusammenhängt mit seinem Gefühls- und Emotionsleben. Man kann auch wirklich nur sagen, daß Goethe das, was er da sagen will, so intensiv wie möglich andeutet. Daß Faust nicht mehr bloß die Schönheit im Vorstellungsleben bewundert, wie in der «Hexenküche» im Bilde des Zauberspiegels, das geht Ihnen daraus hervor, daß Goethe die ganze Skala von Emotionen, von Gefühlen, von Gemütsbewegungen, durch die Faust sich mit der Helena verbunden fühlt, bei dieser Beschwörungsszene wunderbar anführt. Es ist wirklich eine wunderbare Steigerung, wo kein Wort an einer andern Stelle stehen könnte, wenn Faust ausbricht in die Worte, die sein Gemütsverhältnis zur Helena charakterisieren: Neigung, Liebe, Anbetung, Wahnsinn. Seelensachgemäßer kann man nicht schildern. Stellen Sie sich diese Steigerung vor, dann werden Sie sehen, wie Goethe das Zusammengekoppeltsein desjenigen, was Faust in seinem Gemütsleben erlebt, darstellt. Was da also auftritt in der Beschwörungsszene, das ist nicht mehr bloß imaginativ gewordene Vorstellung, das ist imaginativ gewordenes Fühlen. Und da haben Sie als zweites: Imaginativ gewordenes Fühlen Beschwörungsszene am «Kaiserhof».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Faust und das Problem des Bösen","site_heading":null,"date":"1917-11-03","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/273/1917-11-03/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/273/1917-11-03/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/273/1917-11-03/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}