Faust und das Problem des Bösen
Also Goethe deutet dieses Komplizierte der Helena-Gestalt sehr wohl an und bringt dieses Komplizierte der Helena-Gestalt in seinen «Faust» hinein. Mit dem Helena-Problem ist nämlich sehr viel gesagt, und es ist doch nicht ganz ohne Bedeutung, daß im zweiten Teil des Dramas Mephistopheles so vermittelt, daß er durch den Schlüssel Faust nach den Orten weist, die für ihn nichts sind, in denen Faust das All zu finden hofft. Jedes Wort ist da wiederum von einer gewissen Bedeutung. Faust hat in sich die Möglichkeit, den Bewußtseinszustand zu ändern, ihn hinüberzuführen in das, was in der griechisch-lateinischen Vorzeit, in der vierten nachatlantischen Periode, von dem Bewußtsein erlebt worden ist. Das All soll man nicht bloß abstrakt nehmen, sondern konkret, in geistiger Gestaltung. In diese geistige Gestaltung kann Mephistopheles nicht hinein. Er gehört einer andern Region an. Er ist eigentlich dazu da, so recht als Geist in der geistlosen Welt des materiellen Geschehens zu wirken, welche vorzugsweise ihre Impulse überliefern soll dem Menschen der fünften nachatlantischen Zeit. In dieser fünften nachatlantischen Zeit haben gewisse Menschen die Aufgabe, auf den Gesichtspunkt zu sehen, der in der geistigen Welt liegt, so daß bewußt werden kann, was zu erringen ist mit dem Impulse des Bösen.
Cite:
GA 273/1917-11-03/p028 · edition original