Geisteswissenschaftliche Ausführungen in Anknüpfung an die «Klassische Walpurgisnacht»

GA 273/1918-09-27/p032 ·1918-09-27 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Nun fließt in die menschlichen Vorstellungen immer etwas von solcher Anschauung ein. Die Menschen wissen es nicht, aber ihre Vorstellungen werden beeinflußt von dem, was in den Untergründen des Daseins lebt. Und dadurch entstehen mehr oder weniger phantasievolle Theorien. Die Theorie, daß die Gebirge sich durch Feuer gebildet haben, was für ältere Zeiten der kosmischen Entwickelung ganz richtig ist, aber durch das Erdfeuer - nicht durch das heutige Feuer, durch die Feuererde-, mischt sich hinein in die heutigen Vorstellungen. Dadurch entstehen konfuse Vorstellungen, und die meisten heutigen Vorstellungen sind konfus vom höheren Standpunkte aus. Man kann sie nur verstehen, wenn man — so paradox das klingt, es ist so —, wenn man sie übersetzt. Sie erklingen in der gewöhnlichen landläufig philiströsen täglichen Menschensprache. Übersetzt man sie in die Sprache, die man eigentlich vom Einschlafen bis zum Aufwachen sprechen müßte, da gewinnen diese Theorien erst einen Sinn, denn da zeigt sich, daß man in diesen Theorien doch leise Hindeutungen auf frühere Erdepochen hat. Und man kann die ganze Szene, wie sie anfängt hier, nicht anders verstehen, als indem man sich darüber klar ist, Goethe wollte dasjenige auftauchen lassen, was der Mensch erlebte, wenn er vom Einschlafen bis zum Aufwachen bewußt würde, was er so erlebte, daß er dadurch ein Bewußtsein von einem früheren kosmischen Zustand der Erde entwickelt.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/273/1918-09-27/p032.json
Cite: GA 273/1918-09-27/p032 · edition original