{"corpus":"steiner","locus":"GA 273/1919-01-19/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist die Empfindung, die, wenn sie der Mensch hat, wiederum aus dem Oberflächlichen ins Tiefe einer Lebensauffassung hineinführt. Philiströse Sattlinge, satte Menschen sind allerdings der Meinung, daß man, wenn man das Denken nur weit genug ausbildet, das Wollen nur weit genug entwickelt, am Ziele ankommt. Aber in diesem satten Sich-Fühlen auf erfüllbaren Wegen liegt des Lebens Oberflächlichkeit, liegt nicht das, was möglich macht in der Lebensprüfung — denn geprüft wird man, wenn man mit gehöriger Intensität die zwei angedeuteten Grenzen sich im Inneren der Seele ausmalt — nach gehöriger Prüfung, gewissermaßen über einen Abgrund hinübersetzend, in eine andere Welt einzutreten, die nicht mit dem Bewußtsein durchlebt werden kann, das sich im Leben zwischen Geburt und Tod entfaltet. Es muß die Menschheit schon einmal gerade aus dem Goetheanismus heraus begreifen, daß wahrhaftig nicht bloße Beseligung des Strebens, die man sich oftmals nur einredet, die oftmals nur von Illusionen getragen ist, erlebt werden kann, sondern daß dasjenige, was den Menschen zu seinem Ziele führt, über Hindernisse, über Enttäuschungen, über Desillusionierungen führt, und wer sich sträubt, Entillusionierungen zu erleben, und sich dadurch sträubt, den ganzen Menschen in gewissen Zeitmomenten des Lebens umzugestalten, zu metamorphosieren, der kann nicht zur Menschheitserkenntnis, nicht zur Menschheitserfassung vorwärtsdringen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Statt Homunkulismus und Mephistophelismus: Goetheanismus","site_heading":null,"date":"1919-01-19","location":null,"word_count":201,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/273/1919-01-19/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/273/1919-01-19/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/273/1919-01-19/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}