Erster Vortrag

GA 275/1914-12-28/p036 ·1914-12-28 · original (original)
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Niemand kann den eigentlichen Ruck verstehen, der in der Zeit des 15., 16., 17. Jahrhunderts der Menschheit gegeben worden ist, der nicht eingeht auf dieses eigentümliche Abgedämpftwerden der Untertöne des sprachlichen Erlebens. Da ist den Menschen etwas verlorengegangen; innerhalb der Zeitereignisse tritt dies zutage, sei es an Kämpfen, sei es an Werken des Friedens. Die Menschenseele erlebte es vor dem genannten Zeitpunkte. In alledem lebte in der Menschenseele dieses Erklingen solcher Untertöne des sprachlichen Erlebens noch mit. Daher hat die ganze Geschichte vor diesem Zeitraume ein ganz anderes Gepräge als nach diesem Zeitraume. Man muß sich, indem man sich in die Geisteswissenschaft einläßt, ich möchte sagen, ein geistiges Ohr anerziehen für dieses ganz andere Erklingen der Ereignisse noch im Mittelalter, als es heute der Fall ist, weil die Menschenseelen ganz anders miterlebten das, was dazumal erlebt werden konnte.

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