Zweiter Vortrag

GA 275/1914-12-29/p032 ·1914-12-29 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Nehmen wir nun an, wir würden nicht physikalisches Erklingen der Töne brauchen, sondern wir würden zuhören können jener schöpferischen Tätigkeit im Kosmos, die uns in unserer astralischen Organisation aus dem Kosmos heraus geschaffen hat, so würden wir erklingen hören die Weltenmusik, das, was man immer die Sphärenmusik genannt hat. Nehmen wir an, wir würden imstande sein, bewußt unterzutauchen in unsere astralische Wesenheit und würden diese astralische Wesenheit zu solcher hohen Kraft, zu solcher geistigen Kraft erheben, daß wir die schöpferischen Tätigkeiten der Weltenmusik hören, so würden wir uns sagen können: Der Kosmos, er spielt mit Hilfe unseres Astralleibes unsere eigene Wesenheit. — Dieser Gedanke, den ich Ihnen jetzt ausspreche, er hat in älterer Zeit gelebt in den Menschen, richtig gelebt. Und indem man auf so etwas aufmerksam macht, deutet man wiederum hin auf die ganze Vermaterialisierung der menschlichen Entwickelung in den fünften nachatlantischen Kulturzeitraum herein. Denn natürlich lebt dieser Gedanke nicht in der heutigen äußeren Kultur der Menschheit. Die Menschheit weiß nichts davon, daß der Mensch ein Musikinstrument ist in bezug auf seinen Astralleib. Aber das war nicht immer so, und daß es nicht immer so war, hat man sozusagen vergessen. Denn es gab eine Zeit, wo die Menschen sich sagten: Da gab es einmal einen Johannes, und dieser Johannes konnte sich in einen geistigen Zustand versetzen, so daß er die Musik des himmlischen Jerusalem hörte. — Sie sagten: Alle irdische Musik kann nur sein eine Nachbildung dieser himmlischen Musik, die mit der Schöpfung der Menschheit ihren Anfang nahm. Und sie empfanden - der mehr religiös geartete Teil der Menschheit -, daß der Mensch dadurch, daß er zu den Wünschen der physischen Welt übergegangen ist, die Impulse in sich aufgenommen hat, die ihm benebeln, verdunkeln die himmlische Musik. Aber sie empfanden zugleich, daß es einen Weg geben muß in der menschlichen Evolution durch eine Reinigung von dem äußeren chaotischen Leben, gleichsam zu dem Ziele, hindurchzuhören durch die äußere materielle Musik die spirituelle Weltenmusik.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/275/1914-12-29/p032.json
Cite: GA 275/1914-12-29/p032 · edition original