Zweiter Vortrag

GA 275/1914-12-29/p037 ·1914-12-29 · original (original)
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Und wir schlafen in der Nacht. Da wird abgedämpft in einem Elemente, das wir jetzt noch nicht im normalen Bewußtsein drinnen haben, das profane Gedankenleben. Wenn es uns aber gelingt, dasjenige nun in das gewöhnliche Tagesbewußtsein hereinzubringen, was im schlafenden Menschen erweckt wird, wenn das, worinnen der Mensch lebt im Schlafe, untertaucht in das wache Tagesleben, dann merken Sie wohl den Gegensatz, ich habe eben gesagt, es wird untergetaucht beim musikalischen Erleben das Ich-Erleben in das, was bei Tag schläft; jetzt tauchen wir das, was wir in der Nacht erleben, in das Tagwachen ein -, dann wird dies die Dichtung. Das haben solche Leute empfunden wie Plato, wenn sie das Dichten ein göttliches Träumen genannt haben.

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Cite: GA 275/1914-12-29/p037 · edition original