Dritter Vortrag

GA 275/1914-12-30/p010 ·1914-12-30 · original (original)
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Und wiederum, schreiten wir herauf bis zur Skulptur, bis zur Bildhauerkunst. Wir haben gestern gesehen, daß die Gesetze der Skulptur die Gesetze des Ätherleibes sind, die der Mensch in seinen physischen Leib hinunterdrängt um eine Stufe. So wie das, was im physischen Leibe lebt, hinausgedrängt wird in den Raum und da die Architektur wird, so wird in der Skulptur das, was im Ätherleibe lebt, herabgedrängt in den physischen Leib. Wir entäußern uns, indem wir Skulptur genießen, des astralischen Leibes und des Ich und aller höheren Glieder. Wir leben im Skulpturgenießen so, als wenn wir nur den physischen Leib und im physischen Leibe den Ausdruck des Ätherleibes hätten: das ist das Zurückversetztsein in das alte Sonnendasein. Alles das, was dem Menschen das alte Sonnendasein eingepflanzt hat, wird gegenwärtig im Genuß oder Schaffen der Skulptur. Das, was uns in der Skulptur entgegentritt, erscheint uns auf der einen Seite so verwandt, weil es uns wiedergibt unsere eigene ferne, ferne Vergangenheit, die ja noch schöpferisch in uns ist, unsere Sonnenzeit. Und es erscheint uns auf der andern Seite wiederum so marmorglatt und marmorkalt, weil uns das, was aus der Skulptur kommt, anleuchtet wie das, was aus dem fernen Kosmos kommt, aus dem fernen All.

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