Dritter Vortrag

GA 275/1914-12-30/p022 ·1914-12-30 · original (original)
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In alten Zeiten, wir können sagen, noch bei den Griechen, die Sonnenmenschen waren, da war es ein atavistisches Hellfühlen, was die Menschen dazu brachte, sich zu entäußern alles astralischen Wesens und alles Ich-Wesens und nur die Gesetze in der physischen Menschengestalt zum Ausdruck zu bringen, die das Saturn- und Sonnendasein erst geschaffen haben. Dadurch entstanden die griechischen Skulpturen, jene griechischen Skulpturen, die als Kunstwerke wirklich so vor uns stehen, wie der Sonnenmensch geistig vor uns stehen muß, wenn wir ihn begreifen als nur enthaltend die physische Menschengestalt und das ätherisch Lebendige darinnen und noch nicht enthaltend das Astralische. Ja, so eine aus der griechischen Kunst heraus geschaffene Venus von Milo können wir betrachten als eine vor uns stehende Personifikation keuschesten Wesens, weil Unkeuschheit erst im astralischen Leibe möglich ist in alldem, was als Triebe und Begierden den astralischen Leib durchdringt. Unkeuschheit ist noch nicht möglich im ätherischen Leibe. Da war es Erbgut der Götter, das die Menschen mitbekommen haben, was sie veranlaßte, solche Kunstwerke zu schaffen. Verlorengegangen ist den Menschen dieses Sich-Erfühlen bloß im ätherischen und physischen Leibe, ohne‘ Ich und ohne astralischen Leib.

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Cite: GA 275/1914-12-30/p022 · edition original