Dritter Vortrag
Von einer ungeheuren Bedeutung war es, daß dieses zustande gebracht werden konnte gerade in dem neuesten Material. Denn sehen Sie, wenn Sie etwas tiefer hineinschauen in unsere geisteswissenschaftlichen Schriften, namentlich in das letzte Kapitel der «Pforte der Einweihung», dann werden Sie verspüren, wie es dort zum Ausdrucke kommt, daß Luzifer und Ahriman am schädlichsten dann sind, wenn man sie nicht sieht, wenn sie unsichtbar bleiben. Nehmen wir einmal an, jemand würde von ahrimanischen Kräften gequält. Was wäre da das Beste dagegen? Das Beste dagegen wäre, wenn er sich ein irgendwie geartetes Bild von Ahriman formen ließe und es sich ins Zimmer stellte. Gegen dasjenige, wodurch man astralisch gequält wird, ist das beste Mittel, daß man es physisch vor sich hinstellt. Das ist eine falsche Auffassung, wenn man glaubt, daß, wenn man Ahriman vor sich hat, man auch von Ahriman verfolgt werde. Das Gegenteil ist der Fall. Sichtbar machen muß man die Dinge. Man darf aber dabei nicht nervös werden, man darf nicht so werden, daß, wenn man an der Ahrimanfigur vorbeigeht und unbewußt darauf schaut, man ein Nachbild in sich trägt. Denn das hat man dann unsichtbar in sich, so daß man nervös oder aufgeregt wird.
Cite:
GA 275/1914-12-30/p027 · edition original