Dritter Vortrag

GA 275/1914-12-30/p031 ·1914-12-30 · original (original)
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So sehen wir, was an Umwandlungsimpulsen auch für das künstletische Auffassen im geisteswissenschaftlichen Erkennen liegt. So sehen wir, wie wir ahnen können, wenn wir uns einlassen auf dieses geisteswissenschaftliche Erkennen, die Kräfte, von denen die Geisteskultur der Menschheitszukunft beherrscht sein muß. In der Tat, wir dürfen es glauben, daß niemand, ohne daß sein eigenes Wesen tief innerlich umgewandelt wird, an die Geisteswissenschaft wirklich herankommt. Wir dürfen glauben, daß die Geisteswissenschaft etwas ist, was den Menschen tief innerlich erfassen kann, was hinausführt über die engen Zusammenhänge des nur physischen Lebens. Wenn man ein solches Ideal der Geisteswissenschaft im Sinne hat, gewissermaßen etwas im Sinne hat, was, indem die Geisteswissenschaft betrieben wird, schon in eine andere Sphäre führt als die Sphäre des gewöhnlichen Erlebens, dann bedeutet es jedesmal etwas Ungeheures, wenn bei irgend jemandem gesehen werden kann, der innerhalb dieser geisteswissenschaftlichen Bewegung steht, daß er wirklich den Funken in sich entzündet, der ihn hinausführt über das gewöhnliche, eng persönliche Erleben. Das ist das einzige, was wir heute gewissermaßen schon wie beseligend durch die geisteswissenschaftliche Strömung erleben können, daß durch diese geisteswissenschaftliche Strömung Menschen unter uns auftauchen können, welche wirklich den Weg finden hinaus aus ihrer Persönlichkeit in diejenigen Sphären, wo nicht mehr das Persönliche vorhanden ist.

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Cite: GA 275/1914-12-30/p031 · edition original