Sechster Vortrag

GA 275/1915-01-02/p005 ·1915-01-02 · original (original)
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Daß das äußere, naturwissenschaftliche Erkennen so sein muß, das hat seine guten Gründe, aber ein solches Erkennen soll nicht sein das geisteswissenschaftliche Erkennen. Das soll uns im Gegenteile näher und immer näher bringen der Lebensfülle und Lebenswärme der äußeren Welt und überhaupt der ganzen Welt. Da müssen wir aber allerdings noch lernen, gewisse Impulse in uns zu erregen, die der gegenwärtige Mensch fast gar nicht hat. Der gegenwärtige Mensch erwartet nämlich von dem, was er Wissenschaft nennt, etwas, worin schon liegt, daß uns diese Wissenschaft kalt und nüchtern, in Goethes Sinne gesprochen, Wagner-mäßig berühren muß. Der Mensch erwartet von der Wissenschaft, daß, wenn er diese Wissenschaft in sich aufgenommen hat, ihm die Rätsel der Natur gewissermaßen gelöst seien, daß er jetzt weiß, wie es mit diesen oder jenen Dingen beschaffen ist, und dann ist er zufrieden, wenn er weiß, wie es mit diesen oder jenen Dingen beschaffen ist.

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