Achter Vortrag
Wenn wir auf dem Boden der Geisteswissenschaft stehen, können wir diese Goethesche Entdeckung noch weiter ausbilden, und heute kann sie in viel weiter ausgebildeter Form gesagt werden, in der Weise gesagt werden, daß alle Knochen, die der Mensch überhaupt an sich trägt, Umbildungen, Metamorphosen einer einzigen Form sind. Man bemerkt dies nur aus dem Grunde nicht, weil man sehr primitive Anschauungen hat über das, was durch die Umbildung, durch die Umgestaltung entstehen kann. Wenn Sie, ich will sagen, einen Oberarmknochen ins Auge fassen, solch einen röhrenförmigen Oberarmknochen - Sie wissen ja, wie solch ein Knochen ausschaut -, so würde er Ihnen allerdings nicht ohne weiteres ähnlich erscheinen einem Knochen, den wir am Kopfe tragen. Das rührt aber nur davon her, weil man nicht weit genug ist im Durchdenken der Umformungsgedanken.
Cite:
GA 275/1915-01-04/p007 · edition original