Achter Vortrag

GA 275/1915-01-04/p033 ·1915-01-04 · original (original)
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Nehmen Sie einmal an, daß ein Mensch aufträte, welcher in die Lage käme, nicht nur unter dem Einflusse der Außenwelt sein Blut zu verfolgen und dann das, was sein Blut tut, gespiegelt zu erhalten, und nicht bloß seine Nerven zu verfolgen und das, was die Nerven tun, gespiegelt zu erhalten, sondern das, was uns versagt ist in bezug auf Blut und Sinnesnerven, innerlich zu erleben, das Blut, wie es gegen den Nerv und die Augen hintendiert, innerlich zu erleben, so würde er das — wenigstens in bezug auf die Teile des Blutes und der Nerven - innerlich genießen. Dadurch entstehen jene Gebilde, die dem atavistischen inneren Hellsehen angehören. Denn dasjenige, was sich für uns spiegelt, sind eben nur Bilder, gleichsam filtrierte Bilder desjenigen, was im Blut und in den Nerven ist. Im Blut und in den Nerven sind Weltengeheimnisse, aber solche Weltengeheimnisse, die sich dadurch schon erschöpft haben, daß wir aus ihnen geworden sind. Wir lernen nur uns selber kennen, wenn wir die Imaginationen kennenlernen, die sich uns ergeben, wenn wir uns in unserem zu den Sinnen gehenden Blutlauf erleben, und wir lernen nur diejenigen Inspirationen kennen, die dazu bestimmt sind, uns aufzubauen, wenn wir uns in die zu den Sinnen hingehenden Nerven hineinleben.

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Cite: GA 275/1915-01-04/p033 · edition original