Achter Vortrag

GA 275/1915-01-04/p037 ·1915-01-04 · original (original)
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Es ist gut, wenn man von solchen Dingen weiß, weil immer wieder und wieder auftaucht dasjenige, was auf diese Weise hellseherisch entsteht. Was auf diese Weise hellseherisch entsteht, braucht sich nicht zu entwickeln auf jenem schwierigen Meditations- und Konzentrationswege, von dem die Rede ist in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Dieses Hellsehen, welches dadurch entsteht, daß man lernt, in seinen Nerven und in seinem Blute innerlich zu leben, lernt, sich in sich selbst zu genießen, das ist nur eine feinere Ausbildung des organischen Lebens überhaupt, eine feinere Ausbildung dessen, was der Mensch erlebt, wenn er ißt und trinkt. Daher ist ein solches Hellsehen im Grunde genommen wirklich nicht das, was die Menschheit heute als Aufgabe hat, sondern es ist, man möchte sagen, das was als Treibhauspflanze entsteht dadurch, daß wir zu einem raffinierteren Dasein jenen Selbstgenuß bringen, den uns Essen und Trinken oder ähnliches macht. Wie bei einem Feinschmecker des Weines, wenn er Rheinwein oder Mosel trinkt, eine innere Nachwirkung entsteht, die sich allerdings nur zu einer Imagination des Geschmackes erhebt, aber nicht gestaltend wird, so entsteht bei manchen Leuten ein raffiniertes inneres Genießen, und das ist ihr Hellsehen.

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