Achter Vortrag

GA 275/1915-01-04/p049 ·1915-01-04 · original (original)
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In diesem geisteswissenschaftlichen Hellsehen erfassen wir nicht mehr einen Teil der menschlichen Natur, sondern wir erfassen den ganzen Menschen. Und es ist im Grunde genommen einerlei, ob wir ihn von innen oder von außen erfassen, denn ein Genießen kann diese Art des Hellsehens nicht mehr sein. Es ist nicht mehr ein raffinierter Genuß, sondern ein Aufgehen in den göttlich-geistigen Kräften des Alls. Es ist ein mit der Welt Einswerden, ein Erleben nicht mehr des Menschen und desjenigen, was in den Menschen hineingeheimnißt ist, sondern es ist ein Miterleben mit den Taten der Wesenheiten der höheren Hierarchien, ein wirkliches Sich-Herausheben aus dem Selbstgenuß und der Selbstliebe. Und so wie unsere Gedanken Glieder unserer Seele werden, so muß der Mensch gleichsam ein Gedanke, ein Glied werden gegenüber den höheren Hierarchien. Sich denken, sich vorstellen, sich wahrnehmen lassen von den höheren Hierarchien, das ist das Prinzip des geisteswissenschaftlichen Hellsehens. Hingenommen werden, nicht sich hinnehmen.

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Cite: GA 275/1915-01-04/p049 · edition original