Achter Vortrag

GA 275/1915-01-04/p054 ·1915-01-04 · original (original)
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Verstehen kann man es durchaus, daß gerade deshalb, weil eine gewisse Strömung herausgearbeitet werden muß, innerhalb solcher Gesellschaften auch die Schattenseiten sich geltend machen, und daß oftmals das, was draußen im Leben wuchert, in solchen Gesellschaften im stärksten Maße wuchern kann. Aber gewissermaßen ein bitteres Gefühl ruft es doch immer wieder hervor, wenn dies in Gesellschaften auftritt, die naturgemäß - sonst hätte es keinen Sinn, eine Gesellschaft zu haben - eine gewisse Brüderlichkeit, ein gewisses Zusammenhalten entwickeln sollten, daß aber gerade deshalb, weil die Menschen näher zusammenkommen, mit dem Näher-Zusammenkommen gewisse Eigenschaften, die draußen nur flüchtig existieren, um so intensiver sich entwickeln. Da die Anthroposophische Gesellschaft als anwesende ausgenommen ist, so wird es uns um so mehr möglich sein, ganz objektiv, gleichsam als Unbeteiligte, über diese Dinge nachzudenken, nachzusinnen, damit wir sie intensiver kennenlernen, und wenn wir diese Dinge irgendwo in der Welt finden sollten, sie nicht als etwas anderes betrachten denn als das, was sie sind und uns nicht dem Glauben hingeben, wenn jemand ganz besonders tief die Anthroposophie zu verstehen meinte und dabei doch bei ihm gewisse Eigenschaften, die draußen in der Welt auftreten, nicht nur so sich zeigen, wie sie in der Welt draußen sind, sondern viel intensiver, damit wir dann nicht glauben, diese Dinge seien unbegreiflich, sondern wissen, daß sie begreiflich sind, daß sie aber solche Dinge sind, die wir bekämpfen müssen. Wir können sie manchmal erst bekämpfen, wenn wir sie wirklich begriffen haben.

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Cite: GA 275/1915-01-04/p054 · edition original