Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen. Vierter Vortrag
Wie das Ich einerseits sich kräftigen mußte dadurch, daß Ahriman-Mephistopheles in den Ödipus, das heißt, in den Griechen einzog, so ist andererseits im modernen Menschen dieses Ich zu stark geworden. Und der moderne Mensch muß von diesem Ich wieder loskommen dadurch, daß er sich in die geistigen Geschehnisse vertieft, vertieft in dasjenige, was zusammenhängt mit der Welt, der das Ich angehört, wenn dieses Ich sich bewußt wird, daß es nicht nur im Menschenleibe lebt, sondern ein Bürger der spirituellen Welt ist. Und in diesem Zeitalter leben wir. Während im vierten nachatlantischen Zeitalter der Mensch streben mußte, mit aller Gewalt sich bewußt zu werden des Ich im physischen Leibe, so muß der Mensch unseres fünften nachatlantischen Zeitraumes darauf hinarbeiten, sich bewußt zu werden, daß das Ich der geistigen Welt angehört. Und die Erweiterung des Ich-Bewußtseins über die geistige Welt, das ist Geisteswissenschaft. Daher ist diese Geisteswissenschaft auch in tiefstem Zusammenhang mit den höchsten Forderungen der menschlichen Evolution in unserem fünften nachatlantischen Zeitraume.
Cite:
GA 277a/1914-11-20/p040 · edition original