Ansprache zur Eurythmie

GA 277a/1918-02-19/p010 ·1918-02-19 · original (original)
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Es ist schon einmal der psychologische Prozess bei den einfachsten Dingen des Lebens ein komplizierter. Und sowenig man etwas ahnt davon: Im wirklichen künstlerischen Leben werden die Seelen tatsächlich hin- und hergerissen zwischen Fürchten und SchamEmpfinden, zwischen Erröten und Erblassen. Aber dass gerade [das] Eigentümliche des Lebens in der Kunst dem Bewusstsein sich in anderer Weise darstellt, dem liegt etwas in der Seele zugrunde - so wie im Meer -, was man in so komplizierter Weise beschreiben und was derjenige kennen muss, der sich so in der Kunst beschäftigen will wie in den Zeiten, wo man nicht in Willkür künstlerische Formen zu schaffen suchte, sondern aus der Tiefe des geistigen Lebens selbst heraus.

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