Ansprache zur Eurythmie

GA 277a/1918-06-28/p004 ·1918-06-28 · original (original)
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Man muss immer wieder und wieder daran denken, wo heraus alle Kulturströmungen in der Welt gekommen sind: Dass alle Kulturströmungen aus einem gemeinsamen Quell hervorgegangen sind. Nicht nur die einzelnen Künste, sondern auch, was wir bezeichnen als Kunst, Religion und Wissenschaft, ist ebenfalls aus einem gemeinsamen Quell hervorgegangen. So getrennt wie heute waren sie in der Urkultur der Menschheit nicht. In den Mysterien war noch ein Gemeinsames vorhanden. Stellte man es vor die Menschen hin, dass sich den Sinnen offenbarte, was sich der Seele an Weltengeheimnissen darbietet, so war es Kunst. Stellte man es so hin, dass das menschliche Gemüt im Inneren ergriffen werden sollte und von sich aus eine Brücke finden sollte zu den ewigen Geheimnissen des Daseins, so hatte man es mit Religion zu tun. Und stellte man es so hin, dass die Erkenntniskraft in Anspruch genommen wurde, so war man auf dem Gebiete der Wissenschaft. Im Entwicklungsgang der Menschheit, im Laufe der Zeiten gliederte sich dann das gemeinsame Ganze in Wissenschaft, Religion und Kunst, und die Kunst dann wieder in die einzelnen Künste. Das Nähere über die Kunst und die Künste ist in dem Büchelchen «Das Wesen der Künste» enthalten.

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