Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-01-17/p010 ·1920-01-17 · original (original)
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Wenn man bedenkt, wie der Mensch - namentlich der sprechende Mensch - eigentlich ein Ausdruck ist eines gesamten Universums, so muss man sagen, dass gerade dadurch, dass man hier den ganzen Menschen verwendet wie sonst irgendein Musikinstrument, so hier den ganzen bewegten Menschen verwendet als Ausdrucksmittel für eine Kunst. Es wird dadurch im Goethe’schen Sinne das erfüllt, was Goethe so schön von dem künstlerisch werdenden Menschen sagt: Wenn der Mensch an den Gipfel der Natur gestellt ist, fühlt er sich wiederum als eine ganze Natur und bringt neuerdings eine Natur aus sich hervor. Er nimmt Ordnung, Maß, Harmonie und Bedeutung zusammen und erhebt sich zuletzt zum Vollen des Kunstwerkes. Bedeutsam muss er sich zur Produktion des Kunstwerkes erheben, wenn er seinen eigenen Organismus als Instrument, als künstlerisches Ausdrucksmittel verwendet. Wir glauben in der Tat - obzwar diese eurythmische Kunst erst nur ein Anfang ist - mit ihr aber einen Anfang zu einer bedeutungsvollen Kunstform geben zu können. Es wird sich dasjenige, was hier versucht worden ist, immer mehr und mehr ausbilden.

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