Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-01-17/p012 ·1920-01-17 · original (original)
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In dem Rezitatorischen, das parallel gehen wird, werden Sie eine etwas andere Handhabung der Rezitationskunst bemerken, als Sie sonst gewohnt sind - insbesondere in der Gegenwart. Dasjenige, was gerade durch die eurythmische Kunst aus der Dichtung hervorgeholt werden kann, das ist ja das eigentlich Künstlerische. Man braucht sich nur zu erinnern, wie Goethe, selbst wenn er seine Dramen, seine «Iphigenie» mit seinen Schauspielern einstudiert hat, dies mit dem Taktstock in der Hand gemacht hat - nicht so, wie man heute glaubt, dass die Hauptsache darinnen liegt, im Rezitieren das Prosaische, des Inhaltes besonders hervorzubringen. Sondern diese noch viel künstlerischen Naturen der Goethe-Zeit - wir finden Ähnliches auch bei Schiller, Ähnliches bei Herder -, sie wussten, dass das Taktmäßige, das Rhythmusmäßige, überhaupt das Formale, das der Sprachgestaltung zugrunde liegt, das das eigentliche Element der Dichtkunst ist und dass das in erster Linie beim Rezitieren berücksichtigt werden muss.

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