Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-01-17/p013 ·1920-01-17 · original (original)
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So wird versucht, gerade in unserer Rezitationskunst in der Art und Weise des Sprechens, ich möchte sagen eine unsichtbare Eurythmie zu üben, die Sprache so zu behandeln, dass in dieser Sprachbehandlung jene Linien im Lautlichen drinnen sind, welche Sie sonst für das Auge sichtbar als den bewegten Menschen auf der Bühne sehen. Aber Sie sehen auch, meine sehr verehrten Anwesenden, dass es sich gerade durch das Eurythmische, das hier besonders betrieben werden soll, notwendig macht, wiederum auf die Elemente des Künstlerischen zurückzugehen, die heute mehr oder weniger - gerade in der Kunst der Zeit- weniger berücksichtigt werden. Manchmal glaubt man heute sehr künstlerisch zu sein und ist eigentlich durchaus nicht künstlerisch, indem man nicht das eigentlich Formale der Kunst wirklich als das Räumlich-Zeitliche, das Bewegungsmäßige zugrunde legt, indem man nicht das berücksichtigt, [sondern] dasjenige, was eben auch der Prosa zugrunde liegt, in den Vordergrund auch der Dichtkunst stellt und eigentlich die Rezitationskunst so einrichtet, als wenn man einen Inhalt, nicht eine innere Bewegung mitteilen wollte.

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Cite: GA 277b/1920-01-17/p013 · edition original