Ansprache zur Eurythmie
Gestatten Sie, dass ich unserer eurythmischen Darbietung einige Worte voraussende, nicht um dasjenige, was dargeboten werden soll, etwa zu erklären, denn ein Künstlerisches muss durch seinen eigenen hervorgeholten Inhalt den unmittelbaren Eindruck hervorrufen, für den es bestimmt ist. Denn eine Kunst, die einer Erklärung bedarf, kann natürlich keine rechte Kunst sein. Allein, hier handelt es sich ja darum, eine neue Kunstquelle zu eröffnen. Und geradeso, wie es heute lächerlich wäre, einem Konzerte eine Einleitung vorangehen zu lassen, so wird das auch einmal lächerlich sein, wenn man überzeugt werden wird aus der entsprechenden Zeitkultur heraus, welches die Quelle dieser eurythmischen Kunst ist, es würde lächerlich sein, dann einer eurythmischen Darstellung eine solche Einleitung vorauszuschicken. Heute aber ist eurythmische Kunst noch ganz im Anfange, und es muss über die besondere Natur und Wesenheit der Quellen, aus denen sie schöpft, gesprochen werden.
Cite:
GA 277b/1920-01-18/p004 · edition original