Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-01-18/p008 ·1920-01-18 · original (original)
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In unserer hörbaren Sprache fließen zwei Dinge zusammen: die Gedanken gleichsam von der Kopfseite her und der Wille vom ganzen Menschen her. Dadurch, dass die Gedanken von der Kopfseite herkommen, ist unsere Sprache etwas Unkünstlerisches. Denn das Künstlerische ist umso tiefer, je weniger es Gedankeninhalt hat, je mehr wir unmittelbar - ohne durch die Vermittlung des Gedankens - in die Geheimnisse der Dinge eindringen. Lassen wir aber das Gedankenelement aus der hörbaren Sprache weg, so kommen wir immer mehr und mehr darauf, wie der Sprache dasjenige unterliegt, was an Bewegungsanlagen im menschlichen Stimmorgan enthalten ist. Dann können wir das übertragen auf die Anlagen, die im ganzen menschlichen Organismus für Beweglichkeit vorhanden sind. Dadurch wird gewissermaßen - wenn wir den Menschen in solche Bewegungen und Beweglichkeit bringen, dass diese Bewegungen des ganzen Leibes in einer Art eben solche Offenbarungen [sind], wie sonst die Bewegungsanlagen des Kehlkopfes und seiner Nachbarorgane -, dadurch wird der ganze Mensch, oder eine Menschengruppe zu einem lebendig sich bewegenden Kehlkopf.

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