Ansprache zur Eurythmie
Wenn man nämlich in geeigneter Weise durch, um diesen Goethe’schen Ausdruck zu gebrauchen, sinnlich-übersinnliches Schauen sich Kenntnis verschafft, vorausgesetzt natürlich, dass man dieses sinnlich-übersinnliche Schauen anwenden kann - wenn man sich dadurch Kenntnis verschafft von den Bewegungen, namentlich den Bewegungsanlagen, welche vorhanden sind beim Sprechen der Tonsprache und auch beim Singen im Kehlkopf und seiner Nachbarorganisation, wenn man eine genaue Vorstellung sich verschafft von diesen, wie gesagt hauptsächlich Bewegungsanlagen, dann kann man diese Bewegungsformen, die man auf diese Weise studieren kann, auf den ganzen Menschen übertragen. Sodass Sie tatsächlich sehen werden, wie gewissermaßen der ganze Mensch, ja die Menschengruppe vor Ihnen zu einem sich bewegenden Kehlkopfe wird. Die Bewegungen, die Sie da ausgeführt sehen, sind eben nicht willkürlich erfunden, sondern sind ganz und gar nachgebildet den Bewegungsimpulsen, den Bewegungsantrieben, welche beim Tonsprechen in dem Kehlkopf und seinen Nachbarorganen zu finden sind.
Cite:
GA 277b/1920-02-07/p006 · edition original