Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-02-07/p008 ·1920-02-07 · original (original)
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So ist es aber mit allem Lebendigen. Man kann sagen: Gerade in dem bewegten Kehlkopf - seine Bewegungen liegen ja den Bewegungen der Luft zugrunde, die hier geschehen, indem ich zu Ihnen spreche -, in dem bewegten Kehlkopf hat man in der Tat im Kleinen vor sich alles dasjenige, was der Wille aus dem bewegten menschlichen Organismus hervorzaubern kann. Dadurch, dass man dann diese Bewegungen, die man auf diese Weise durch [Studieren] der naturgemäRen Bewegungen des Kehlkopfes und seiner Nachbarorgane erhält, dass man diese auf den ganzen Menschen übertragen kann, bekommt man wirklich etwas heraus, was viel mehr dem Künstlerischen entspricht als unsere gewöhnliche Lautsprache. [In unsere gewöhnliche Lautsprache mischen sich] - sogar, wenn sie sich künstlerisch zur Dichtung formt oder zum Gesange formt - ja zwei Elemente hinein: das eine ist das Gedankenelement, ich möchte sagen: das vom Kopfe herkommt. Dieses Gedankenelement, das ist in unseren zivilisierten Sprachen schon etwas durchaus nach dem Konventionellen Hinneigendes, etwas, das allmählich immer mehr und mehr verloren hat alles elementare Herauskommen aus der Menschennatur und das daher wenig noch Künstlerisches in sich hat. Denn das Künstlerische beruht ja gerade darauf, dass ausgeschaltet werde das Verstandesmäßige, das Begriffliche, das Ideenhafte, dass man sich unmittelbar ohne Begriffe, ohne Vorstellungen in die Geheimnisse, in die Rätsel des bewegten Daseins hineinversenke. Das kann man, wenn man den Menschen selber, so wie wir es hier tun, als ein Instrument, als ein Ausdrucksmittel benützt. Das kann man dann, wenn man eine Sprache hat, welche von sich abstreift alles Gedankenmäßige und rein das Willenselement zu ihrer Offenbarung benützt.

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