Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-02-07/p015 ·1920-02-07 · original (original)
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Im zweiten Teile dann, nach der Pause, wollen wir Ihnen zeigen an dem Versuch, den ich gemacht habe, in einem Gnomen- und Sylphen-Chor etwas bildhaft darzustellen von dem, was man sonst in der Natur nur dargestellt findet durch abstrakte Begriffe, durch Ideen. Das, um was es sich handelt, das ist etwas, was heute der Menschheit noch paradox vorkommt: Die Natur in ihrem Werden und Wesen, in ihrem Weben und Sein ist so innerlich reich, dass unsere Begriffe, wie wir sie in Naturgesetzen zum Ausdruck bringen, eben [etwas] viel zu Armes sind, um das auszudrücken, was der Reichtum der Natur ist. Man wird langsam und allmählich erst verstehen, dass man von den Begriffen zu Bildern übergehen muss, zu Bildern, die dann auch das gemüthafte Element aufnehmen, wo, indem man das Werden und Weben der Natur verstehen will, man auch aufnehmen muss dasjenige, was in der Menschenseele sich abspielt als Humor, als Komik neben dem Seriösen. Die abstrakten Naturgesetze, die selbstverständlich fern von aller Komik, von allem Humor sind, die gar nicht an unser Innerliches pochen, sie stellen nur das ärmste Werden und Weben der Natur dar. Aber das Aufschwingen zum Künstlerischen, zur Plastizität, das Aufschwingen zum Musikalischen, das führt uns auch tiefer in die Rätsel der Natur hinein.

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