Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-02-22/p007 ·1920-02-22 · original (original)
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Nehmen wir nur die Malerei. Die Art und Weise, wie gewisse Maler im 19. Jahrhundert gemalt haben, die Verwendung der Farben, die Art und Weise der Pinselbehandlung und so weiter, sie waren eingefasst in Ideen. Man hatte die Vorstellung, das Gefühl: So und so muss man malen. Das alles war schon ideell, gedanklich geworden. Nun ist das Gedankliche eigentlich der Tod einer jeden wirklichen Kunst. Man kann sagen: So viel vom Gedanken, der immer etwas abstrakt nuanciert ist, Irdisches in das Künstlerische eingedrungen [ist], soviel ist Unkunst in der Kunst drinnen. Das Künstlerische muss durchaus mit Umgehung des Gedankens, mit Umgehung namentlich aller abstrakten Ideen und abstrakten Vorstellungen angestrebt werden. Daher ist man zum Beispiel in der Malerei darauf verfallen, den unmittelbaren Eindruck, die Impression, wie man es nannte, durch Farbe und Form festzuhalten.

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