Ansprache zur Eurythmie
Man hat also eine unmittelbare Bewegung des Elementes, das zunächst aus der Dichtung genommen ist, und wandelt das um in innere menschliche Bewegungen, die sich zum Bilde runden. Solche Bewegungen, die können dann als Impressionen genommen werden, während man in der Naturbehandlung nicht zurechtkommt mit den gewöhnlichen Ausdrucksmitteln, es künstlerisch in den unmittelbaren Eindruck, ins Bild zu runden. Wenn man allerdings ins Bild rundet dasjenige, was als inneres Erlebnis zugleich umgewandelt in inneren Sinnenschein zum Vorschein kommt, eine Expression, die erlebt ist, die aber unmittelbar durch Impression wirkt, [dann] ist [das] dasjenige, was unmittelbar durch diese Eurythmie angestrebt wird, was heute versucht worden ist und was ja natürlich, wie es mir sehr begreiflich ist, zahlreichen Missverständnissen noch ausgesetzt sein wird. Allein das ist nicht zu ändern, wenn man einen solchen Versuch, wie wir ihn in unserer eurythmischen Darbietung geben wollen, zur Darstellung bringt. Während wir auf der einen Seite vom Musikalischen begleitet sehen dasjenige, was wir als stumme Sprache auf der Bühne vorführen, sehen wir auf der anderen Seite von Rezitation und Deklamation dasjenige begleitet, was dargestellt wird.
Cite:
GA 277b/1920-02-22/p018 · edition original