Ansprache zur Eurythmie
Man wird schon nach und zugeben müssen, dass man die Natur auch nur durch imaginative Bilder erfassen kann. Wer darnach strebt, dass zur Erscheinung, zur Offenbarung komme das tiefere Gesetzliche, das Wirkensgemäße in der Natur, der strebt über das Abstrakte hinaus zu der imaginativen Gestaltung der in der Natur und im Weltendasein vorhandenen wirksamen imaginativen Kräfte, insbesondere derjenigen Kräfte, in die das menschliche Fühlen eingespannt ist. So ist es versucht worden von mir in derjenigen Szene meiner «Mysteriendramen», wo die Seelenkräfte auftreten - nicht als Personifikation, sondern als wirkliche Menschen, aber so, dass in ihnen unmittelbar das sinnlich-übersinnliche Element zum Ausdrucke kommt. Auch da ist nichts symbolisierend, sondern [es ist] unmittelbar in das Lebendige einzudringen versucht worden.
Cite:
GA 277b/1920-02-22/p021 · edition original