Ansprache zur Eurythmie
Besonders für dasjenige, was dem lebendigen Schaffen der ganzen Natur in der Welt unmittelbar zugrunde liegt überhaupt, lässt sich ganz besonders gut das Eurythmische verwenden. Denn die eurythmische Kunst hat eben das Eigentümliche, dass sie dasjenige, was die Malerei sucht, wenn sie innere Seelenerlebnisse zur Anschauung bringen will, wofür aber heute noch kein Ausdrucksmittel da ist, zur Anschauung bringen kann. Ich will nicht sagen, dass dieses Element sich nicht finden ließe, aber dass dies dadurch schon heute gut ausgedrückt werden kann, dass der Mensch selber mit seinen Bewegungen in der ganzen Anlage seines Organismus zum lebendigen Kehlkopf gemacht wird. In der stummen Sprache der eurythmischen Kunst zeigt [es] sich dadurch, dass der Mensch in seinem beseelten Element auftritt, sodass das Sinnliche auch übersinnlich ist: Der Mensch, der darstellt das Sinnliche, aber zu gleicher Zeit auch das Übersinnliche.
Cite:
GA 277b/1920-02-22/p022 · edition original