Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-03-27/p017 ·1920-03-27 · original (original)
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Daher werden Sie sehen, dass herauskommt alles dasjenige, was im Menschen schon veranlagt ist, allerdings innerlich zusammenhängt mit den seelischen Anlagen, an innerlichem Rhythmus, innerlichem Takt und so weiter. Wenn ich anführen darf: In Bezug auf das künstlerische Auffassen zeigt sich ja das in einem Mangel der ästhetischen Gegenwartsauffassung sehr deutlich. Die Gegenwart hat zum Beispiel eine Art von Rezitierkunst ausgebildet, welche namentlich auf den Prosainhalt des zu Rezitierenden den großen Wert legt. Diese Rezitationskunst, die man gerade in der Gegenwart als etwas besonders Beliebtes hat, die ließe sich in der Eurythmie ja nicht verwenden. Die Eurythmie muss begleitet werden von einem Rezitieren, das wiederum zurückgeht auf alles dasjenige, was das eigentlich Künstlerische, auch in Bezug auf Poesie ist, auf das Taktmäßige, Rhythmische, auf das Musikalische oder Plastische in der poetischen Kunst zurückgeht. Während man heute auch in der Rezitation den größten Wert darauf legt, dieses wirklich Poetische ganz zurücktreten zu lassen und nach dem Prosainhalt zu rezitieren, sodass die Form, auf die es in der Kunst eigentlich ankommt, in dem heutigen Rezitieren gar nicht zur Geltung kommt. So muss auch zurückwirken dasjenige, was die Eurythmie fordert, wiederum auf die Kunst der Rezitation.

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