{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-03-28/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Da kann man allerdings sehen - sagen wir, wenn zum Beispiel auf dem Gebiete der Malerei oder auch der Plastik uns heute diese Versuche nach neuen künstlerischen Versuchen aufgetischt werden -, dass da überall die Künstler noch daran leiden, dass die Mittel heute noch unbrauchbar erscheinen, oder dass die Ausdrucksformen nicht gleich geschaffen werden können. Es ist da wichtig, dass man einsieht, dass in jeder solchen Zeit, in der namentlich auf dem Gebiete der Kunst nach einem Neuen gesucht wird, gewissermaßen zurückgegriffen wird zu dem, was aller Kunst, aller wirklichen Kunst zugrunde liegen muss, was aber etwas abhanden kommt dem künstlerischen Schaffen, wenn das Epigonenhafte, die Nachahmung in der Kunst gegenüber den genialen Epochen, zu stark in den Vordergrund tritt. Alles wirkliche Kunstschaffen beruht nämlich darauf, dass in unserem Verhältnis zur Welt - ob wir nun ästhetische Genießer oder künstlerische Schöpfer sind -, alles Kunstschaffen beruht in unserem Wahrnehmen, in unserem ganzen Vorstellen. Das Gedankenmäßige, das Ideenhafte entreißt eigentlich der Kunst, das Ideenhafte, das wirkt eigentlich ertötend, lähmend auf alles Künstlerische. Entweder müssen wir, wenn wir künstlerisch betrachten wollen zum Beispiel die Natur oder die Natur nachschaffen wollen, wir müssen unsere Aufmerksamkeit der Natur so zuwenden, dass wir in der Anschauung noch nicht fortschreiten zum erfassenden Denken, sondern dass wir mit unserem ganzen Hingegebensein an die Natur bei der Anschauung verbleiben, aber die sinnlichen Formen so anschauen, so rein anschauen, als wären sie selber schon Gedanken.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-03-28","location":null,"word_count":236,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-03-28/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-03-28/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-03-28/p010"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}