{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-03-28/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das versuchte eine Zeitlang der Impressionismus. Er hatte es auf dem Gebiete der Malerei durchaus nicht zu entsprechenden künstlerischen Ausdrucksformen bringen können. Als Expressionismus versuchte er dann die andere Seite des Vermeidens des Ideellen zu ergreifen, indem er einfach seelische Erlebnisse, die in einer Art kräftig visionärer Gestalt im Menschen zur Geltung kommen, die aber nicht bis zum lichtklaren Gedanken heraufkommen, der alles Künstlerische lenkt, indem er solche visionenhafte künstlerische Erlebnisse in Formen und Farben zu bringen versucht. Diejenigen, die leicht hinneigen zur Philistrosität, die können diesen Anfang nicht würdigen. Sie sehen an dem, was da versucht wird, durch Farben und Formen festzuhalten von inneren Erlebnissen, nur irgendetwas, wovon sie dann sagen: Wir können nicht unterscheiden, ob das aufgehängte Wäsche ist, oder ob es Schiffsegel sind oder dergleichen. Dass es darauf nicht ankommt, das will der philisterhafte Sinn nicht zugeben. Nicht darauf kommt es an, dass man einfach irgendetwas an die Wand hinge, was ein inneres Erlebnis wiedergibt; aber wie gesagt, künstlerische Ausdrucksmittel waren noch nicht da. Daher ist man auch, wenn man mit allem guten Willen diesen Dingen gegenübersteht, gerade gegenüber diesen Versuchen in der Malerei heute oftmals genötigt zu sagen: Ja, es beruht auf etwas Visionärem, ist eine Illusion, ist eine Expression, aber ist noch keine gesunde Expression, ist noch nicht dasjenige, was wirklich die gesunde Seele erleben kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-03-28","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-03-28/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-03-28/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-03-28/p011"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}