Ansprache zur Eurythmie
Es ist versucht [worden], in dieser Eurythmie eine wirkliche stumme Sprache zu geben, eine Sprache, die in menschlichen Bewegungen besteht. Die Art und Weise, wie das versucht wird, ist ganz gelegen im Sinne der Goethe’schen Weltanschauung. Nur muss man dasjenige, was an Mannigfaltigem in dieser Goethe’schen Weltanschauung liegt, nicht missverstehen und auch es weiter auszubilden verstehen. So recht ist die Eurythmie das, was Goethe die Ausdrucksform des Sinnlich-Übersinnlichen nennt. Denn zugrunde liegt das Studium der Bewegungsimpulse und Bewegungstendenzen, die bei der Lautsprache im menschlichen Kehlkopf und all denjenigen Organen, die mit dem Kehlkopf sich verbinden, für die Sprache in Bewegung versetzt werden, die darinnen gelegen sind.
Cite:
GA 277b/1920-04-04/p007 · edition original