Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-04-04/p017 ·1920-04-04 · original (original)
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Wie große Dichter durchaus nicht dieses prosaische Element, auf das heute in unserem unkünstlerischen Zeitalter so viel Wert gelegt wird, gerade das nicht für die Hauptsache gehalten haben, das geht daraus hervor, dass zum Beispiel Schiller niemals zuerst den wortwörtlichen Inhalt einer Dichtung im Sinne gehabt hat oder in der Secle gehabt hat, wenigstens bei seinen großen Dichtungen nicht. Er hatte da immer mehr ein Unbestimmt-Melodichaftes in der Seele, und an das gliederte er erst den wortwörtlichen Inhalt an. Goethe studierte sogar seine «Iphigenie» mit seinen Schauspielern wie der Kapellmeister ein Musikstück so mit dem Taktstock ein, nicht auf den Prosainhalt bei der Rezitation das Wesentliche legend, sondern auf die künstlerische, rhythmische, taktmäßige Gestaltung, auf das plastische, musikalische Element im Dichterischen, was ja im Dichterischen das eigentlich Künstlerische ist.

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