Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-04-04/p018 ·1920-04-04 · original (original)
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Dann werden wir sehen, wie dasjenige, was nun schon in der Phantasie eurythmisch gestaltet ist, wie zum Beispiel meine [Mysteriendramen-]Szenen, die heute auch zur Darstellung kommen, die ausdrücken Gesetzmäßigkeiten innerhalb des menschlichen Seelenlebens selber, Wege, die dieses Seelenleben machen kann, wie dasjenige, was schon innerlich gestaltet ist in der Empfindung, wie das ganz natürlich sich auch eurythmisch äußerlich darstellen lässt. Bei solchen Szenen wird man sehen, wie wir uns entwickeln müssen hin nach einer Auffassung auch des Natur- und Weltlebens, sodass wir nicht mehr bloß Verstandesabstraktionen zugrunde legen, wenn wir das Natur- und Weltenleben wirklich durchschauen wollen, sondern Imaginationen — Imaginationen, wie ich sie versucht habe in meinen Mysterienszenen, von denen eben auch heute eine Probe gegeben wird. Denn dass nach dieser Richtung die menschliche Entwicklung gehen muss, das entspricht einer tiefen Überzeugung, die man gewinnt, wenn man überhaupt etwas hineinschaut in das Getriebe der menschlichen und der außermenschlichen Natur. Was nützt es denn, wenn man schon philosophiert, sehr verehrte Anwesende, darüber zum Beispiel, dass wirkliche Erkenntnis, wirkliches Wissen nur bestünde in dem Verstandesmäßigen, klar Analysierbaren, wenn die Natur eben ihr Wesen nicht hergibt dem Analysierbaren, dem Diskursiven, dem Verstandesmäßigen allein. Wenn die Natur in Bildern wirkt, die nur als Bilder das innere Wesen der Natur enthüllen, dann ist es notwendig, dass wir auch durch Bilder, durch Imaginationen in das innere Wesen des Weltendaseins eindringen.

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