Ansprache zur Eurythmie
So ist es: Derjenige, der nicht selber Schale sein will mit seiner Seele, das heißt ein Bündel von intellektuellen Vorstellungen, der muss zu Bildern aufrücken. Dann verbindet sich aber Erkenntnis mit der Kunst. Und dann kann man dasjenige sagen, verständnisvoll sagen, was Goethe auch von der rechten Kunst forderte: Dass sie eine Manifestation geheimer Naturgesetze sei, die ohne sie niemals an die Offenbarung treten könnten. Und man versteht das andere, was Goethe empfand gegenüber Natur und Kunst: Wem die Natur - so sagte er - ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen beginnt, der sehnt sich nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst.
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GA 277b/1920-04-04/p023 · edition original