{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-04-17/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das eigentlich Dichterische ist dasjenige, was man in der Seele erlebt entweder mit dem Charakter des Musikalischen, oder mit dem Charakter des Plastisch-Bildhaften. Indem sich der Gedanke hineinmischt — wie überhaupt es bei der Kunst ist -, indem sich der Gedanke hineinmischt, wird der Rhythmus, das Taktmäßige, das Formhafte, das in der Dichtung zum Ausdrucke kommen soll, das wird überwuchert von dem Gedanken. Und dann wird eine Dichtung von vornherein nicht mehr durch das rein Künstlerische wirken. So paradox es klingt, meine sehr verehrten Anwesenden, so muss man doch sagen: Das wesentlich Künstlerische an einer Dichtung kann man eigentlich auch empfinden, ganz künstlerisch empfinden, wenn es in einer Sprache vorgebracht wird, die man gar nicht wortwörtlich versteht, die man gar nicht beherrscht. Denn das Künstlerische ist dasjenige, was nicht im wortwörtlichen Inhalte liegt. Natürlich braucht man es im wortwörtlichen Inhalte, um gewissermaßen eine Leiter zu haben, auf der eigentlich dichterisch man hinaufsteigt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-04-17","location":null,"word_count":152,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-04-17/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-04-17/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-04-17/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}