Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-04-17/p011 ·1920-04-17 · original (original)
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Dabei muss allerdings die Rezitationskunst wiederum zurückkehren zu dem, was eigentlich Rezitationskunst in künstlerischeren Zeiten war, als die unsrige ist. In unserer Zeit legt man einen großen Wert beim Rezitieren gerade auf das Hervorheben des Inhaltlichen und auf das Betonen desjenigen, was wortwörtlicher Inhalt ist. Das nennt man «Innerlichkeit» beim Rezitieren. Das ist eine Abirrung von dem eigentlich Künstlerischen des Rezitierens, das auf Takt, das auf Musikalisches, das auf Bildhaft-Plastisches sehen muss. Zu dieser alten Rezitationskunst, die zum Beispiel Goethe verwendete, wenn er seine «Iphigenie» wie ein Kapellmeister mit dem Taktstock in der Hand einstudierte - auf Tonfall, auf den Jambus hin und so weiter —, zu dieser Rezitationskunst muss wiederum zurückgekehrt werden.

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